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Nebelhorn Podcast

Moin Moin, liebe Hörerinnen und Hörer. Willkommen zum Nebelhorn, dem Hörfunkformat der Scientists for Future in Hamburg.
In unserem Format stellen wir Euch Menschen vor, die sich in und um Hamburg auf verschiedensten Gebieten mit dem Thema einer nachhaltigen Zukunft beschäftigen. Wir wollen mit Forscherinnen, Forschern und Menschen aus angrenzenden Bereichen über ihre Tätigkeiten, Herausforderungen und Lösungsansätze sprechen. 
Dabei versuchen wir, spannende Details über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Entwicklung zu zeigen und ein Bild davon zu zeichnen, wen Ihr in der Hamburger Forschungslandschaft alles so finden könnt.

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#5 – Wie zuverlässig sind Klimamodelle?

Ein Interview mit Stephan Juricke.

Shownotes

Stephan Juricke modelliert an der Jacobs University in Bremen die Ozeane der Erde. Er nutzt unter Anderem die Erkenntnisse des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven, um bestehende Klimamodelle zu verbessern und mit historischen Wetterdaten zu überprüfen. Er ist außerdem Teil der spannenden Reihe Wissenschaft im Wohnzimmer, die jeden Donnerstag um 20.30 auf YouTube zu sehen ist.

Die Weltmeere können ein Vielfaches an Wärme und CO2 aufnehmen, die in der Atmosphäre gespeichert sind. Sie können so über Monate, Jahre oder gar Jahrzehnte natürliche und menschgemachte Klimaeffekte abfedern. Dennoch wird durch Messungen und Simulationen immer deutlicher, dass das +1,5°C Ziel mit jedem Zögern unwahrscheinlicher wird.

Weiterhin erfahren wir, warum wir mit riesigen Gezeitenkraftwerken zwar nie den Mond anhalten werden, damit aber durchaus einen meßbaren Einfluss auf das Weltklima nehmen könnten. Und wozu benötigt man eigentlich ein kilometergroßes Waschbecken?

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#4 – Warum synthetische Kraftstoffe nicht die Lösung sind (Power to X)

Interview mit Daniel Münter

Shownotes

Daniel Münter arbeitet am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu gGmbH) und ist außerdem in der Regionalgruppe Hamburg der Scientists for Future aktiv. Am ifeu bezeichnen sich die Mitarbeiter*innen als "Anwälte der Umwelt", da sie unabhängige Untersuchungen durchführen, um den Einfluss von Produkten auf die Umwelt zu ermitteln.

Sein Forschungsgebiet sind "synthetische Kraftstoffe", die die Förderung von fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Erdgas) überflüssig machen sollen. Allerdings wurde uns schnell klar, dass diese Technologie keineswegs ein Ablassbrief für die derzeitige Ressourcenverschwendung ist. Auch wenn wir in Zukunft große Mengen Diesel aus dem Kohlendioxid der Luft gewinnen können, wäre es eine enorme Verschwendung, diese in Autos zu verfeuern.

In ihrer Debütfolge erfragt Heidi zudem eine Einschätzung über die völkerrechtlichen Verpflichtungen, die aus dem Pariser Klimaabkommen 2015 entstanden sind. Fridays for Future hat am Wuppertal Institut eine "1,5°-Ziel Machbarkeitsstudie" in Auftrag gegeben. Das Ziel "Klimaneutralitat bis 2035" ist demnach für Deutschland aus technischer Sicht immer noch möglich. Allerdings sind für die Umsetzung gewaltige Kraftanstrengungen nötig, die politisch bisher kaum vermittelbar sind. Hier müssen wirklich alle an einem Strang ziehen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse verstehen, weiter verbreiten und umsetzen.

Weiterführende Links


#3 – Wissenschaftskommunikation

Interview mit Michaela Voth (Nachgefragt Podcast)

Shownotes

Wissenschaft ist keine Meinung, sondern eine objektive Denkweise. In dieser Folge beleuchten wir zusammen mit Michaela Voth die Frage, warum die Wissenschaft eine sehr zuverlässige Quelle für Informationen ist, obwohl sie oft kompliziert und widersprüchlich erscheint. Seriöse Wissenschaftler*innen "irren sich ans Ziel" und beharren nicht auf einer unumstößlichen "Wahrheit".

Wir erfahren, wie man seriöse Forschungsergebnisse von falschen oder ungenauen Informationen unterscheidet und wie man Quellen kritisch überprüfen kann. Was braucht es für eine gute Wissenschaftskommunikation, damit sich Menschen ohne Fachwissen in unserer komplizierten Welt überhaupt zurecht finden könne? Soll man seinen Freunden, dem Wissenschaftsjournalisten seiner Lieblingsnachrichtenseite oder der Professorin in der Talkshow Glauben schenken?

Es ist sicherlich schon jedem von uns passiert: Gute Bekannte schwärmen von einem "Wundermittel" oder haben gehört, dass <IRGENDWAS> in den Medien falsch dargestellt werde, um die Bürger gezielt zu belügen. Wie kann man in dieser Situation angemessen reagieren, ohne seine Gegenüber vor den Kopf zu stoßen?

Weiterführende Informationen

Zu unserem heutigen Thema gibt es reichhaltige Informationen zum Nachlesen. Vor Allem den Nachgefragt Podcast können wir für Interessierte sehr empfehlen.


#2 – Können Kunststoffe aus Lignin Plastik ersetzen?

Interview mit Stefan Boersting (Lignopure)

Shownotes

Stefan Boersting hat seine Forschungsarbeit an der TU Hamburg zur Gründung der LignoPure GmbH geführt. Wir haben ihn gefragt, was diese Firma umtreibt und welche Rolle sie bei der Herstellung nachhaltiger Materialien spielt.

Lignin ist ein sogenanntes Biopolymer, das aus verschiedenen Alkoholen besteht. Es sorgt bei Pflanzen für Standhaftigkeit und bietet Schutz vor UV-Strahlung, Bakterien und Pilzen.

Bei der industriellen Verarbeitung von Pflanzen fallen große Mengen an Lignin an, die bisher fast immer verbrannt werden. Wäre es nicht sinnvoll, diesen Rohstoff für die Produktion von Alltagsgegenständen zu nutzen und das eingesparte Erdöl für immer im Boden zu lassen? Wir haben von Stefan erfahren, warum das im Prinzip eine gute Idee ist, aber auch, warum noch viel Forschung in diesem Bereich nötig ist.

Nach der Aufnahme ging es mit gepflegter Haut wieder nach Hause und Thomas freut sich auf seine naturfarbenen Lignin-Lederschuhe die er vielleicht schon zu Weihnachten 2022 unter dem Tannenbaum finden kann.

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#1 – Wärmenetze in Hamburg

Interview mit Nina Kicherer (CC4E)

Shownotes

Nina Kicherer arbeitet am Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz, kurz CC4E. In ihrem Team forschen sie an der Frage, wie man klimafreundlich heizen kann. Hierbei spielen Wärmenetze in der Wärmewende eine große Rolle. Damit können Orte mit zu viel Wärme (z.B. Industrie oder Kraftwerke) ihren Überschuss ganz solidarisch an Orte mit zu wenig Wärme (z.B. Wohnungen) abgeben.

Wenn man sich den Energieverbrauch der Deutschen ansieht, ist Hälfte des Bedarfs tatsächlich Wärme. Bei der Menge ist es seltsam, dass bisher nur 14% der genutzten Wärme "grün" ist. Bei der Stromversorgung mit Erneuerbaren ist man im Vergleich viel weiter.

Die Heizung zu Hause arbeitet heutzutage oft noch mit Erdgas oder Öl. Wer eine neue Heizung einbaut, sollte immer darauf achten, dass sie mit Erneuerbaren Quellen genutzt werden kann, zum Beispiel über ein modernes Wärmenetz. So könnt Ihr Euch auch im Winter von Sonne und Erde wärmen lassen.

Außerdem erfährt Thomas, warum Wärmedämmung wichtig ist und Ihr Eure Heizung nie volle Pulle aufzudrehen braucht.

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